WHO bewertet Zucker neu

WHO: https://www.who.int/elena/titles/bbc/ssbs_adult_weight/en/

Senkung des Verbrauchs von Zucker gesüßte Getränke das Risiko einer ungesunden Gewichtszunahme bei Erwachsenen zu reduzieren,

Biologische, Verhaltens- und Kontext Begründung

Übergewicht und Adipositas sind Hauptrisikofaktoren für eine Reihe von chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten. Einst als ein Problem nur in Ländern mit hohem Einkommen, Übergewicht und Adipositas sind jetzt stark auf dem Vormarsch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in städtischen Gebieten.

Obwohl die Ätiologie von Fettleibigkeit ist komplex, der Verbrauch von freien Zuckern, insbesondere in Form von mit Zucker gesüßten Getränken, mit Gewichtszunahme in der Kinder und Erwachsene (5-7) zugeordnet ist. Neuer Beweis schlägt ferner vor, einen Zusammenhang zwischen Zucker gesüßte Getränke Verbrauch und vermeidbaren Sterblichkeit an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, mit der Mehrheit der Todesfälle in niedrigen und mittleren Einkommen auftritt.

Während Zucker sind natürlich in vielen Lebensmitteln, wie Obst und Milch, die Zugabe von Zucker, Nahrungsmittelprodukte trägt zum Gesamtenergiegehalt des Produktes. Zucker gesüßte Getränke enthalten hinzugefügt Zucker wie Saccharose oder High Fructose Corn Sirup und einem 330 ml oder 12 Unzen Teil Zucker gesüßten kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke enthält typischerweise einige 35 g (fast neun Teelöffel) Zucker und bietet ca. 140 kcal Energie, in der Regel mit wenig andere Nährwert.

Hinweise darauf, dass mit Zucker gesüßte Getränke sind in der Regel schnell verbraucht und nicht das gleiche Gefühl von Fülle, dass feste Nahrung bietet keine (10) derart, dass die Verbraucher nicht dazu neigen, die Aufnahme von anderen Nahrungsmitteln zu reduzieren ausreichend, um die zusätzlichen Kalorien von Zucker gesüßte vorgesehen kompensieren Getränke (11). Überschüssige Kalorien beitragen, Übergewicht und Adipositas, da sie leicht in Körperfett umgewandelt und in verschiedenen Geweben gespeichert werden. Eine übermäßige Einnahme wird wahrscheinlich durch eine Erhöhung der Portionsgrößen von Zucker gesüßten Getränken in den letzten Jahrzehnten (12) verstärkt.

Trotz Empfehlungen von medizinischen Experten und Gesundheitsorganisationen um Verbrauch zu begrenzen, sind Verkäufe von Zucker gesüßten Getränken steigt weltweit, vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen als Folge der schweren Marketing. Zucker gesüßte Getränke Vertrieb in Indien zum Beispiel um mehr als 10% gegenüber dem Jahr seit 1998 erhöht, mehr als 11 Liter pro Kopf und Jahr (19). In Mexiko – eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf- Verbrauch von Zucker gesüßte Getränke in der Welt – es wird geschätzt, dass fast 10% der Gesamtenergiezufuhr von Erwachsenen kommt von Zucker gesüßte Getränke.

Es gibt Hinweise darauf, dass während der Ernährungsbildung und andere Verhaltensänderung Interventionen zur Konsum von Zucker gesüßte Getränke zu verringern kann wirksam bei der Verringerung Aufnahme auf der individuellen Ebene (6-7), weit verbreitet und nachhaltig sein Verhalten ändern kann schwierig sein, bei Erwachsenen zu erzielen, wie Verhalten und Nahrungspräferenzen sind oft in der Kindheit festgelegt und kann schwierig sein, im späteren Leben zu ändern. Zur Ergänzung Einbeziehung der auf die individuellen Verhalten, regulatorische Maßnahmen zur Konsum von Zucker gesüßte Getränke und andere energiereiche Lebensmittel zu reduzieren werden in Betracht gezogen, darunter die Begrenzung der Einzelportionsgröße solcher Lebensmittel, die Begrenzung oder das Entfernen des Zugangs zu diesen Lebensmitteln (zB Automaten) auf öffentlichen Plätzen und Steuern oder andere Preis Hemmnisse. Besonderes Augenmerk wurde auf die Besteuerung von Zucker gesüßte Getränke bezahlt wurde als Anzeichen dafür, dass diese Steuern konnte deutlich Verbrauch zu reduzieren und kann zu einer Reduzierung der Übergewicht und Adipositas bei. Einige Länder haben bereits Steuern auf Zucker gesüßte Getränke (22,23), einschließlich Ungarn, Frankreich, mehrere Staaten in den USA und zuletzt Mexiko, wo eine 1 Peso pro Liter (ca. 10%) Steuer auf Zucker gesüßten Getränken ist implementiert Prognosen zufolge Verbrauch um 10-12% zu verringern und kann einen erheblichen Einfluss auf die Verringerung der Prävalenz von Übergewicht und Fettleibigkeit in diesem Land haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass reduzierende Zucker Aufnahme, vor allem in Form von Zucker gesüßte Getränke helfen können, ein gesundes Körpergewicht und möglicherweise das Risiko von Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen zu reduzieren.

Den Anstoß gab Robert Lustig von der University of California in San Francisco mit seinem Artikel „The toxic truth about sugar“ in „Nature“ vor gut zwei Jahren. Der Kindermediziner glaubt, dass ein hoher Zuckerkonsum zu Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes führt oder sogar süchtig machen könne.

Lustig fordert deshalb gesellschaftliche Maßnahmen wie etwa Verkaufsverbote von Süßkram und Softdrinks an Kinder und Jugendliche in Schulen, um den Konsum einzuschränken. Mit anderen Wissenschaftlern hat er Anfang des Jahres 2014 die Plattform „Action on Sugar“ ins Leben gerufen. Schließlich essen Amerikaner heute fast 20-mal mehr Gezuckertes als im Jahr 1822, fast die Hälfte davon geht auf das Konto von gesüßten Getränken. Vor allem die Übergewichtsraten in den USA sind immens. Fettleibigkeit kommt beispielsweise bei jedem dritten Amerikaner vor, während es hier zu Lande erst jeder Fünfte ist. Als adipös gelten Menschen, die einen Body-Mass-Index von mehr als 30 aufweisen.

Rückenwind bekamen Lustig und seine Mitstreiter Anfang März von derWeltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Das für Ernährung zuständige Gremium hatte vorgeschlagen, den bislang geltenden Richtwert für Zucker von zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr auf fünf Prozent zu senken. Neuere Studien vor allem zu Übergewicht und kindlichem Karies würden dies rechtfertigen. Fünf Prozent Zuckerhaltiges pro Tag – das entspräche einer knappen Dose Limonade. Danach müsste der Kaffee schwarz getrunken werden, Süßigkeiten, Kekse und zahlreiche Fertigprodukte wären tabu, denen Zucker in allen möglichen chemischen Varianten als Konservierungsmittel beigemischt wird. Zwar ist der Zuckerkonsum in vielen Ländern den letzten Jahren schon leicht zurückgegangen, vor allem weil mehr Diätlimonaden gekauft werden, dennoch überschreiten Menschen in Industrieländern den Grenzwert – es werden rund 15 Prozent der täglichen Kalorien aus Zucker, Honig und Sirup bezogen. „Die fünf Prozent einzuhalten, ist natürlich unrealistisch, das entspräche einer strengen Diät“, gibt Martin Wabitsch, Kinder- und Jugendarzt an der Universität Ulm und Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft, zu.

Expertenstreit um den süßen Stoff

Trotzdem bewerten er und einige andere Experten den von der WHO vorgeschlagenen Zuckerwert, der für Fachgesellschaften und Industrie nicht verpflichtend ist, als wichtiges Signal, dass die Toleranz für hohe Zuckergehalte in Lebensmitteln schwindet. „Appelle an den Einzelnen, sich gesund zu ernähren und sich mehr zu bewegen, haben in den letzten Jahrzehnten die Übergewichts- und Diabetesschwemme nicht aufhalten können“, sagt Stefanie Gerlach, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Diabetes-Hilfe. „Gesundes Verhalten muss den Menschen leicht gemacht werden, etwa durch eine Beschränkung des Marketings für stark zuckerhaltige Produkte und Verteuerung ungesunder Produkte, zum Beispiel durch eine Zuckersteuer.“ Zudem seien fünf Prozent laut dem Ulmer Pädiater Wabitsch auch medizinisch richtig. „Das hätte immense Effekte auf die Übergewichtsraten und auch auf die Entstehung von Diabetes“, sagt er. Gerade beim Übergewicht sei es bewiesen, dass Zucker ein alleinstehender Risikofaktor bei der Entstehung von zu vielen Pfunden auf den Hüften ist.

Der Mechanismus dahinter: Zucker bringt die Regelkreise des Energiehaushalts durcheinander. Zum einen treibt der im Haushaltszucker enthaltene Traubenzucker, die Glukose, den Insulinspiegel kurzfristig stark in die Höhe. Als Folge davon fällt der Glukosewert im Blut steil ab, was bereits kurz nach einer Mahlzeit Hungergefühle signalisiert. Wer eine Naschkatze ist, nimmt dadurch automatisch zu viele Kalorien zu sich.

Andererseits beeinflusst Zucker Belohnungssysteme im Gehirn. Genauer: Süßes führt – ähnlich wie bei Zigaretten- oder Drogenkonsum – zur Ausschüttung von Dopamin. „Zucker vermittelt darum kurzfristig eine Befriedigung, doch bald danach verlangt der Körper mehr“, so Wabitsch. Wegen seiner Eigenschaft als Seelentröster wird derzeit heftig gestritten, ob Zucker womöglich wie eine Droge wirkt, also süchtig macht, wie der US-Wissenschaftler Lustig behauptet. Zumindest in Rattenversuchen konnte man nachweisen, dass exzessive Zuckermengen im Futter Veränderungen im Gehirn auslösten, die ähnlich bei Suchtkrankheiten vorkommen. Beim Menschen sind solche Suchterscheinungen durch dauernd hohen Zuckerkonsum jedoch bislang nicht nachgewiesen.

Sucht oder keine Sucht?

Stefanie Gerlach sieht den Drang nach Süßem, den viele Menschen verspüren, denn auch nicht als klassische stoffgebundene Sucht wie beispielsweise die Sucht nach Alkohol. Es gäbe jedoch einen psychologischen Mechanismus, den manche Übergewichtige als „starkes Verlangen“ oder „suchtähnlich“ beschreiben und das im Englischen „craving“ heißt. „Wenn Zuckerhaltiges regelmäßig in bestimmten emotionalen Situationen verzehrt wird, kann ein Reflex entstehen, der das Hochgefühl mit der Zuckeraufnahme koppelt. Man kann dann beides nicht mehr auseinanderhalten“, sagt Gerlach.

Doch beim Thema Zucker sind sich beileibe nicht alle Wissenschaftler einig. So liest man in einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) anlässlich des WHO-Vorschlags: „Dass ein höherer Zuckerkonsum zu einem Gewichtsanstieg beiträgt, ist plausibel. Das trifft aber genauso für den Fettkonsum zu und ist ein Effekt der Energiedichte der Nahrung.“ In Sachen Kariesentstehung hält die DGE die Faktenlage zwar für besser. Von einem Grenzwert für Zucker halten die Experten trotzdem wenig: „Ernährungsempfehlungen sollten sich nicht allein auf ein Lebensmittel konzentrieren, sondern die Kombination im Blick haben.“ So wäre es sinnvoller, mehr ballaststoffhaltige Lebensmittel zu essen, um ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen.

Einigkeit herrscht derweil beim Thema Softdrinks. Drei Studien, die im Jahr 2012 erschienen, haben hier Fakten geschaffen. So hat etwa Lu Qi, Mediziner an der Harvard School of Public Health, an mehr als 30 000 Erwachsenenherausgefunden, dass sich eine genetische Veranlagung für Übergewicht besonders deutlich auswirkt, wenn Menschen regelmäßig gezuckerte Getränke konsumieren. Die beiden anderen Studien zeigten zudem, dass ein Verzicht auf solche Getränke vor einer übermäßigen Ansammlung von Fettpolstern schützt.

Softdrinks als Übeltäter

Gesichert ist, dass die gewichtstreibende Wirkung von zuckergesüßten Getränken einerseits durch den bloßen Kalorienüberschuss zu Stande kommt. Dabei wird vermutet, dass der Körper flüssige Kalorien nicht als solche in seine Energiebilanz einrechnet. Allerdings lässt sich der Effekt von Zucker auf das Körpergewicht nicht allein durch das Kalorienplus erklären. Einige Wissenschaftler wie Robert Lustig sehen darum vor allem die Fruktose als Übeltäter an, die in Softdrinks genauso wie normaler Kristallzucker etwa zur Hälfte vorkommt.

Abgesehen von ihrem Kaloriengehalt treibt Fruktose die Leber zur Neubildung von Fett an, was schließlich zu einer so genannten Insulinresistenz führt. Dabei hören die Antennenmoleküle der Zellen nicht mehr auf das Signal des Hormons Insulin, das den Zucker aus dem Blut in die Zellen schaffen soll. Die Folge sind ständig erhöhte Blutzucker- und Insulinwerte, eine Vorstufe des Diabetes. Sogar laut DGE führt ein Übermaß an Softdrinks daher nicht nur zu Übergewicht, sondern auch sehr wahrscheinlich zu Diabetes. Das übermäßig gebildete Fett wird schließlich auch in der Leber selbst abgelagert. Dadurch entsteht eine nichtalkoholische Fettleber, die wiederum Diabetes und Herzkrankheiten Vorschub leistet. Zudem werden vermehrt Gallensäuren gebildet, was das Gichtrisiko zumindest bei Männern erhöht. Fruktose soll auch die Entstehung des metabolischen Syndromsfördern. Gegner von Lustigs Hypothese meinen jedoch, dass Fruktosemengen, wie sie üblicherweise verzehrt werden, nicht schädlich seien.

Doch die Negativschlagzeilen rund um den Zucker reißen nicht ab: Kürzlich hatte eine epidemiologische Studie gezeigt, dass mit hohem Zuckerkonsum Blutdruck und Blutfette ansteigen – und das unabhängig vom Körpergewicht. Eine schwedische Studie zeigte, dass mit einer täglichen Softdrinkmenge von zwei Getränken das Risiko steigt, einen Schlaganfall zu erleiden. Und ganz aktuell fordern Zahnmediziner um Philip James von der London School of Hygiene and Tropical Medicine sogar nur drei Prozent Zucker in der Ernährung, um Karies vorzubeugen.

Der Zuckerindustrie schmeckt all das natürlich nicht. Laut einer Analyse der Union of Concerned Scientists konterkariert sie das Anliegen der Wissenschaftler, Licht ins Dunkel zu bringen, etwa indem sie Studien finanziert, die die Vorwürfe entkräften sollen. So wurde wiederholt belegt, dass Industriestudien zu gesüßten Getränken wesentlich seltener negative Effekte von Zucker auf die Gesundheit finden. In PR-Kampagnen wird Übergewicht regelmäßig auf zu wenig Bewegung geschoben. Zwar gibt es Anstrengungen der Industrie, die Rezepte neu zu formulieren und weniger Zucker zuzusetzen oder auch Diätvarianten besser zu bewerben; allerdings geht das den Zuckergegnern nicht weit genug. Als die WHO den 10-Prozent-Wert im Jahr 2003 festsetzen wollte, drohte die Zuckerindustrie, Geldförderungen abzuziehen. Doch das zuständige Komitee ließ sich nicht abbringen. Bleibt abzuwarten, ob die WHO auch dieses Mal standhaft bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.